Der weg zu gold
Hannah Clough, BUCS Hill-Climb-Champion
Joe Wakelin | 22 Dezember 2025
WIE STRUKTURIERTES TRAINING ZU EINER GOLDMEDAILLE FÜHRTE – MIT NUR 7-9 STUNDEN PRO WOCHE
Eine Switchback Performance Fallstudie
Hannah Clough ist eine „Category 2“-Rennradfahrerin und Bergfahrspezialistin, die seit März 2025 von Switchback Performance gecoacht wird. Ihr Hauptziel für die Saison 2025 war eine Top-10-Platzierung bei den Nationalen Bergmeisterschaften im Oktober sowie der Sieg beim BUCS (British Universities & Colleges Sport) Hill Climb in der darauffolgenden Woche. Sie erreichte nicht nur beide Ziele, sondern schaffte dies trotz der enormen Doppelbelastung durch ihr Medizinstudium an der University of Nottingham. Um diese Ziele zu erreichen, war eine strategische, zielgerichtete Planung erforderlich, die das Maximum aus ihrer begrenzten Zeit herausholte – nur 7 bis 9 Stunden pro Woche. Dieser Artikel erklärt die Logik hinter dieser Planung und wie sie umgesetzt wurde.
Ihre Motivation zu festigen und sie zu 100 % auf das Training einzuschwören, war der erste wichtige Schritt auf dem Weg zum Erfolg. Wir analysierten die Daten ihrer Bergrennen aus dem Jahr 2024 und stellten schnell fest, dass sie die physiologische Kapazität besaß, sich auf dem Podium zu verbessern (mit einer Zeit von 3:10 bei den BUCS) und ein Top-Ergebnis bei den nationalen Meisterschaften zu erzielen.
Während die Bergrennen ihr Hauptziel waren, lagen diese zu Beginn ihres Coaching-Programms noch sechs Monate in der Zukunft. Wir setzten uns sekundäre Ziele, um die Motivation hochzuhalten: Straßenrennen auf nationaler Ebene erfüllten diese Kriterien perfekt. Mit diesem Ziel vor Augen erstellten wir einen Plan, der sowohl kurz- als auch langfristige Ziele berücksichtigte. Als vielbeschäftigte Medizinstudentin war es entscheidend, dass wir jeden Pedaltritt ihres Trainings maximierten.
Als Bergfahrspezialistin war klar, dass Hannah den nötigen „Punch“ für Spitzenleistungen in Straßenrennen besaß – die britische Szene besteht meist aus Rundstreckenrennen mit vielen kurzen Anstiegen unter 5 Minuten. Dies zeigte sich direkt bei ihrem ersten Rennen als Switchback-Athletin – dem Capernwray Northern Road Race, einem prestigeträchtigen National B Rennen. Nach einem starken 30. Platz beim CiCLE Classic zwei Wochen zuvor, bestätigte Hannah ihre Form mit einem hervorragenden 7. Platz und 27 Punkten.
“Wir haben jeden Pedaltritt maximiert”
Wir beschlossen, auf Hannahs außergewöhnlicher Explosivität aufzubauen und gleichzeitig ihre Schwelle auf ein Niveau zu heben, das bei harten Eintagesrennen den Unterschied ausmachen würde. Nach einem harten, volumenreichen Trainingslager auf Mallorca begann sie ein strukturiertes Programm von 7–9 Stunden pro Woche. Die Schlüsseleinheit jeder Woche waren 40/20er in 8-Minuten-Blöcken – ein klassisches VO2-Max-Workout, das auch enorme Vorteile für die Schwellenleistung bringt. In Kombination mit aeroben Ausdauerfahrten (60–65 % ihrer FTP) und regelmäßigen Wochenendrennen erwies sich dies als optimale Kombination: Ihre Form verbesserte sich dramatisch, während sie gleichzeitig ausreichend regeneriert für die Schlüsseleinheiten und Rennen blieb.
Die Ergebnisse sprechen für sich. Durch die konsequente Umsetzung der Workouts sammelte Hannah im Laufe der Saison 129 Punkte, mit Highlights wie einem 6. Platz bei der Regionalmeisterschaft, einem 5. Platz beim BUCS-Straßenrennen und einer Top-25-Platzierung beim Lincoln GP – wohl dem prestigeträchtigsten Straßenrennen im britischen Kalender. Sie beendete ihre Straßensaison im August und genoss einen kurzen Urlaub, bevor sie den Fokus auf das Hauptziel des Jahres richtete: die Bergrennen.
Um eine Top-10-Platzierung bei den Nationals und den Sieg beim BUCS zu erreichen, musste Hannah ihre Leistung im VO2-Max-Bereich (maximale aerobe Kapazität) bei einer Belastungsdauer von 2 bis 3 Minuten steigern. In den ersten Monaten der Vorbereitung waren die beliebten Intervalle 4x4 Minuten, 4x3 Minuten und 30/15er gesetzt. Mit Beginn der Saison wurden diese intensiver: Wir führten 5-minütige „All-out“-Intervalle ein, um die neuromuskuläre Kapazität zu fordern und die maximale Anstrengung eines Bergrennens zu simulieren.
“Hannah musste ihre Leistung im VO2-Max-Bereich steigern”
Hannahs Bergsaison war herausragend: Sie startete mit einem Sieg beim Hollingbourne Hill Climb in Kent und einem starken 2. Platz am Monsal Head HC kurz darauf. Ganz oben auf ihrer Liste stand die Titelverteidigung beim Ribble/Bank Road Hill Climb Double-Header, was sie souverän meisterte. Ihr Sieg an der Bank Road gab ihr das nötige Selbstvertrauen für die nationalen Meisterschaften in der darauffolgenden Woche. Dort sicherte sie sich in einem starken Feld einen hervorragenden 8. Platz – was zudem für den inoffiziellen Sieg in der U23-Kategorie reichte.
“Her win at Bank Road provided a confidence boost”
Kurz vor dem BUCS Hill Climb stieg der Druck. Hannah war zweifellos die Favoritin auf den Sieg am Terrace Hill. Sie gewann nicht nur, sondern tat dies mit einem Vorsprung von fast 10 Sekunden – ein im Bergfahren fast unerhörter Abstand bei dieser Distanz. Das reichte aus, um den Streckenrekord (02:51,2) vor genau den zwei Konkurrentinnen zu brechen, die im Vorjahr noch vor ihr gelegen hatten. Diese Steigerung spiegelte sich auch in der Zunahme ihrer 2025er-Leistung gegenüber 2024 um beachtliche 23 Watt wider.
Hannahs Geschichte ist der unwiderlegbare Beweis dafür, was durch strukturiertes Training, Konstanz und Hingabe erreicht werden kann. Sie brach ihre persönlichen Leistungsrekorde auf ganzer Linie, gewann Goldmedaillen und lieferte Spitzenleistungen im nationalen Rennzirkus ab.
Die einzige Frage, die bleibt: Was hält die nächste Saison bereit?